Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk (FBH) an der Universität zu Köln

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Abschlussbezogene Validierung –
Das Projekt ValiKom (Transfer)

Zielsetzung des Projekts

Ein Ansatz, dem Fachkräftemangel in Deutschland entgegenzuwirken, ist es, das (verborgene) Potential in der Gruppe der nicht formal Qualifizierten zu heben. Für diejenigen Personen aus dieser Gruppe, die bereits über einschlägige Berufserfahrung in einem Tätigkeitsfeld verfügen, stellt die abschlussbezogene Validierung eine neue Möglichkeit dar, ihre beruflich erworbenen Kompetenzen im Hinblick auf einen sog. Referenzberuf zertifizieren zu lassen und sie dadurch – für sich selbst und für andere – sichtbar zu machen. 

Im Projekt ValiKom (Transfer) wurde ein solches Validierungsverfahren entwickelt und erprobt, mit dem Ziel, die Validierung in das deutsche Berufsbildungssystem zu integrieren. Das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk e.V. (FBH) war von Beginn an für die wissenschaftliche Begleitung von ValiKom verantwortlich.

In der Entwicklungsphase des Validierungsverfahrens wurde u.a. auf die im Rahmen des FBH-Projekts Prototyping entwickelte Qualifikationsanalyse zurückgegriffen (vgl. Köhn et al. 2014), die auch bei der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen zur Kompetenzfeststellung genutzt wird, wenn keine oder nur unvollständige Dokumente der Antragstellenden vorliegen.

Während der Erprobungs- und Transferphase standen insbesondere die Wirkungen der Validierung aus der Teilnehmendenperspektive sowie der Nutzen der Validierung aus der Unternehmensperspektive im Fokus der Forschungsarbeit. 

Im Ergebnis wurde deutlich, dass das erfolgreiche Durchlaufen des Validierungsverfahrens für die Teilnehmenden – über die Auseinandersetzung mit den eigenen beruflichen Kompetenzen, die gezielte Vorbereitung auf die Fremdbewertung und die mit dem Zertifikat einhergehende Bestätigung und Anerkennung – eine selbstwertsteigernde Erfahrung darstellt, aus der sie persönlich gestärkt und zukunftsoptimistisch herausgehen. Für einen Teil der Teilnehmenden werden dadurch weitere berufliche Entwicklungsschritte vorstellbar und v. a. dann umsetzbar, wenn sie von ihren Arbeitgebern oder anderen begleitenden Akteuren Zuspruch und Unterstützung erhalten.

Mit Bezugnahme auf die Erkenntnisse aus den Befragungen der beteiligten Unternehmen konnte darauf aufbauend das Win-Win-Wirkungspotential der Validierung veranschaulicht werden. Aus einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive (Impact) konnte darüber hinaus aufgezeigt werden, dass und wie die berufsabschlussbezogene Validierung einen quantitativen und qualitativen Beitrag zur Fachkräftesicherung leistet. 

Um allen Interessierten im Sinne des Open-Source-Gedankens einen Zugang und Einblick in neun Jahre Berufsbildungsinnovation im Projekt ValiKom (Transfer) zu ermöglichen, wurde ein innovatives Format der Wissenschaftskommunikation entwickelt: In einem interaktiven Bild können die gesammelten Ergebnisse und Erkenntnisse je nach Interesse vertieft werden. 

Mit der Symbolik eines Hausbaus soll dabei verdeutlicht werden, dass auf dem Fundament der BMBF-Förderung (Input) in der Projektsteuerung und -umsetzung in den Kammern die tragenden Säulen des Validierungsverfahrens aufgebaut und gefestigt wurden (Output). Hierdurch konnten sowohl die Teilnehmenden über sich hinauswachsen als auch die beteiligten Unternehmen profitieren (Outcome). So kann abschließend festgehalten werden, dass das Projekt ValiKom (Transfer) einen nachhaltigen Beitrag zur quantitativen und qualitativen Fachkräftesicherung in Deutschland geleistet (Impact) und damit sein Ziel erreicht hat.

Die interaktive Abschlussdokumentation von ValiKom (Transfer) finden Sie hier.

Projektsteckbrief

Projektlaufzeit

01.11.2015 – 31.10.2018 (ValiKom)

01.11.2018 – 31.10.2024 (ValiKom Transfer)

Projektverantwortliche im FBH

Laura Müller-Werth, M. Sc.

Dr. Sarah Wirtherle

Veröffentlichungen aus ValiKom und ValiKom Transfer

Jahr

Veröffentlichung

2024

FBH: Fachkräftebedarf sichern – Unternehmen stärken: Die vielfältigen Vorteile der Validierung im Fokus. Zusammenfassung.

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2024

Müller-Werth, L. & Wirtherle, S.: Die Teilnehmenden am Validierungsverfahren. Ausgewählte Forschungsergebnisse zur Beschreibung der Teilnehmenden im Projekt ValiKom Transfer. Aus der Reihe: Arbeitshefte zur berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Heft A69. Köln 2024.

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2024

Wirtherle, S.: Das Validierungsverfahren Chancen und Begrenzungen aus der Perspektive von Menschen mit Behinderungen. In: Bundesarbeitsgemeinschaft für Unterstützte Beschäftigung (Hrsg.): impulse, Ausgabe 99, Hamburg 2024.

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2024

Müller-Werth, L.: Betriebliche Nutzenperspektiven auf die Validierung – zwischen entwicklungs- und verwertungsorientiert. Zusammenhänge der betrieblichen Aktivitäten im Kontext der abschlussorientierten Validierung von Mitarbeitenden. Aus der Reihe: Arbeitshefte zur berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Heft A65. Köln 2024.

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2024

Wirtherle, S.: Gemeinsam Schritt für Schritt – Begrenzungen und Potentiale des Validierungsverfahrens aus der Perspektive von Menschen mit Behinderungen. Eine Analyse der Zusammenarbeit zwischen ValiKom und TalentPASS. Aus der Reihe: Arbeitshefte zur berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Heft A63. Köln 2024.

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2024

Wirtherle, S., Müller-Werth, L. & Oehme, A.: Validierung als (zweite) Chance zur beruflichen Entwicklung. In: K.-H. Gerholz, S. Annen, R. Braches-Chyrek, J. Hufnagl & A. Wagner (Hrsg.), bwp@ Spezial HT2023: Hochschultage Berufliche Bildung 2023 (S. 1-21).

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2024

Rehbold, R. R. & Müller-Werth, L.: Zur Frage des Verhältnisses von Validierungsverfahren zur dualen Erstausbildung im Handwerk. Working Paper.

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2024

Müller-Werth, L.: Kompetenzprofil für Validierungsberater:innen. Aus der Reihe: Arbeitshefte zur berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Heft A62. Köln 2024.

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2023

Müller-Werth, L.: „Wir gehen den Weg gemeinsam.“ – Beratung im Validierungsverfahren. Kontext und Bedeutung der Validierungsberatung im Projekt ValiKom Transfer. Aus der Reihe: Arbeitshefte zur berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Heft A61. Köln 2023.

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2022

Müller-Werth, L., Wirtherle, S., Fütterer, K. & Rehbold, R. R.:

Evaluationsergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung des Projekts Aufbau von Kompetenzzentren zur Durchführung von Validierungsverfahren für duale Berufe bei zuständigen Stellen (ValiKom Transfer). Aus der Reihe: Arbeitshefte zur berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Heft A59. Köln 2022.

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2021

Wirtherle, S., Müller-Werth, L. & Rehbold, R. R.: „Ich geh‘ den Weg!“ – Das Validierungsverfahren als individuelle Entwicklungschance für Menschen mit einschlägiger Berufserfahrung, aber ohne passenden Abschluss. Ergebniszusammenfassung der wissenschaftlichen Begleitforschung des Projekts ValiKom Transfer. Aus der Reihe: Arbeitshefte zur berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Heft A53. Köln 2021.

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2019

Rehbold, R. R. & Müller-Werth, L.: Festlegung von Tätigkeitsbereichen für die abschlussbezogene Validierung von informell und non-formal erworbenen Kompetenzen. Köln 2019.

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2018

Leisch, L., Rasch, K. & Rehbold, R. R.: Evaluationsergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung des Projekts „Abschlussbezogene Validierung non-formal und informell erworbener Kompetenzen (ValiKom)“. Abschlussbericht zur Evaluation. Aus der Reihe: Arbeitshefte zur berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Heft A45. Köln 2018.

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2014

Köhn, A., Rehbold, R. R., Rotthege, S. & Zimmermann, T.: Verfahren zur Feststellung der Gleichwertigkeit im Ausland erworbener Berufsqualifikationen (PROTOTYPING). Abschlussbericht zur Evaluation. Aus der Reihe: Arbeitshefte zur berufs- und wirtschaftspädagogischen Forschung. Heft A23. Köln 2014.

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2013

Köhn, A. & Rehbold, R. R.: Handreichung für Experten zur Durchführung einer Qualifikationsanalyse. Westdeutscher Handwerkskammertag (Hrsg.). Düsseldorf 2013.

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Forschungsinstitut im Deutschen Handwerksinstitut (D H I)
Forschungsschwerpunkte „Beruf, Bildung & Arbeit“

Unsere Partnerinstitute im DHI:

Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik an der Leibniz Universität Hannover

Volkswirtschaftliches Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen

Institut für Betriebsführung, Karlsruhe

Ludwig-Fröhler-Institut für Mittelstand und Handwerk, München

An-Institut an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln.

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